
Die Kurzantwort
Dein Bedarf 2026: bis zu 822 €/Monat — 442 € für den Lebensunterhalt plus 380 € Wohnpauschale (unabhängig von der echten Miete), dazu kommen Fahrtkosten zur Berufsschule und ggf. Arbeitskleidung. Davon zieht die Agentur für Arbeit deine Ausbildungsvergütung (nach Freibetrag) und anrechenbares Elterneinkommen ab. Ausgezahlt wird die Differenz — in der Praxis meist zwischen 100 und 500 €/Monat, als Zuschuss ohne Rückzahlung. Schnell schätzen: BAB-Rechner.
So setzt sich dein Bedarf zusammen (Stand 2026)
Die BAB-Sätze folgen den BAföG-Bedarfssätzen (§ 61 SGB III i. V. m. § 13 BAföG). Für Azubis mit eigener Wohnung gilt:
Wichtig: Der Bedarf ist nicht der Auszahlungsbetrag. Er ist die Obergrenze, von der deine eigenen Mittel abgezogen werden.
Was wird angerechnet?
- ✓Deine Ausbildungsvergütung (brutto, abzüglich Sozialpauschalen und Freibetrag) — im 1. Lehrjahr bleibt dadurch oft ein großer Teil des Bedarfs ungedeckt.
- ✓Einkommen deiner Eltern aus dem vorletzten Kalenderjahr — mit großzügigen Freibeträgen, z. B. für Geschwister in Schule oder Ausbildung. „Meine Eltern verdienen zu viel“ heißt deshalb nicht automatisch 0 €.
- ✓Einkommen von Ehe- oder Lebenspartner, falls vorhanden — ebenfalls mit Freibetrag.
Beispielrechnung (vereinfacht)
Azubine, 1. Lehrjahr, 900 € brutto, Zimmer für 495 € all-in im A23, Eltern mit durchschnittlichem Einkommen und einem Geschwisterkind in der Schule: Ihr Bedarf liegt bei 822 € plus ca. 60 € Fahrtkosten ≈ 880 €. Nach Abzug der anrechenbaren Vergütung und eines kleinen Eltern-Anteils bleiben in solchen Konstellationen häufig 150–300 € BAB pro Monat. Das ist eine Illustration, keine Zusage — die verbindliche Rechnung macht allein die Agentur für Arbeit ↗.
So holst du mehr raus
- ✓Fahrtkosten angeben: Ticket zur Berufsschule und eine Heimfahrt pro Monat erhöhen deinen Bedarf.
- ✓Geschwister eintragen: Jedes Geschwisterkind in Schule/Ausbildung erhöht den Eltern-Freibetrag — und damit oft dein BAB.
- ✓Miete sauber belegen: Ein All-in-Mietvertrag (wie im A23: ein Betrag inkl. Strom, Heizung, Wasser, WLAN) macht den Nachweis einfach und fehlerfrei.
- ✓Änderungen sofort melden: Sinkt das Elterneinkommen aktuell (z. B. Kurzarbeit), kannst du einen Aktualisierungsantrag stellen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist BAB maximal?
Der Bedarf liegt 2026 bei 822 €/Monat (442 € Lebensunterhalt + 380 € Wohnpauschale) plus Fahrtkosten. Ausgezahlt wird die Differenz nach Anrechnung von Vergütung und Elterneinkommen — den vollen Satz erhält, wer eine sehr niedrige Vergütung und Eltern ohne anrechenbares Einkommen hat.
Wie viel BAB bekommt man im Durchschnitt?
Je nach Vergütung, Miete und Elterneinkommen meist zwischen 100 und 500 €/Monat. Auch kleine Beträge lohnen sich: 50 €/Monat sind 600 € im Jahr, geschenkt und ohne Rückzahlung.
Ändert sich die Höhe im 2. Lehrjahr?
Ja, aber nicht sofort: BAB wird für 18 Monate bewilligt, danach stellst du einen Folgeantrag. Steigt deine Vergütung, sinkt das BAB etwas — es bleibt aber oft ein Anspruch übrig.
Bekomme ich BAB, obwohl meine Eltern gut verdienen?
Häufiger als gedacht: Gerechnet wird mit dem Einkommen aus dem vorletzten Jahr und großzügigen Freibeträgen, etwa für Geschwister. Bei hoher Miete und niedriger Vergütung im 1. Lehrjahr bleibt oft trotzdem ein Anspruch — durchrechnen statt schätzen.
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